Wenn das ICH in der Stille der Nacht erwacht

Ich war gerade draußen bei uns im Garten. Nein, ich habe keine Angst vor der Dunkelheit (mein Mann ist in der Nähe )! Ich habe schon öfters geschrieben, dass ich gerne „etwas“ länger, bis tief in die Nacht sitze und schreibe oder lese, weil mir die Nacht eine absolute Ruhe gibt, die ich tagsüber leider nicht in dieser Intensität empfinden kann. Jetzt schlafen fast alle Menschen und die Energien sind ganz anders. Man kann regelrecht spüren (wer sensibel genug ist), wie alle Hektik des Tages vor dem Antlitz der Dunkelheit ohnmächtig gewichen ist. Ich spreche nicht von meiner Hektik, Unruhe und Hasten, sondern von dieser, die von Menschen als Gemeinschaft kommt. Nachtsüber wechseln die Menschen in eine andere Sphäre herüber, sie gehen ins Traumland  und hier, auf der grobstofflichen Sphäre ist endlich Ruhe im Karton! Eine perfekte Zeit zum Schreiben! Eine perfekte Zeit, um sich für die Inspiration aus den jenseitigen Quellen zu öffnen und sie auch zu empfangen! Man kann nachtsüber so viel mitbekommen, was tagsüber ziemlich unwahrscheinlich ist. Unser alltägliches waches Bewusstsein ist auf einer ganz anderen Frequenz als nachtsüber, auch wenn wir nicht schlafen. Ob Sie es glauben oder nicht, oft habe ich den dunklen Mantel der Nacht als einen Schutzmantel empfunden. Warum? Leute, jetzt bin ich nicht Verlegerin, niemand wird mich anrufen, ich arbeite jetzt nicht, es kann jetzt generell niemand mit irgendetwas, was ich vielleicht als unangenehm empfinden würde, kommen, es kann klar auch keine guten Überraschungen geben, aber auch sie brauche ich nicht im Moment! Es ist einfach super, weil ich raus aus allen Rollen bin, bin nichts und niemand, nur Ana – und jetzt schreibe ich einfach, weil ich darauf Bock habe!
Man könnte denken, dass mir meine Rollen, die ich im Alltag spiele, nicht gefallen oder mich nicht zufrieden stellen. Oh, doch! Ich habe mir sie selbst ausgewählt und sie erschaffen, aber ich weiß wer ich bin. Ich bin nicht meine Rollen. Ich identifiziere mich nicht damit. Ich identifiziere mich nicht mal mit meinem Namen, für mich selbst bin ich einfach nur ich. Nichts mehr. Und nur das darf ich nachtsüber sein. Einfach nur ich. Es fühlt sich toll an! Einfach unbeschreiblich schön, einfach, göttlich!
Warum können wir nicht auch tagsüber einfach nur viele „Ichs“ sein? Warum muss alles eine Bewertung, Etikett, Beschreibung, Position oder was weiß ich was haben? Egal wie schön eine Rolle auch sein mag, es ist doch ermüdend, sie dauerhaft zu spielen. Vorsicht! Wir sind nie echt! Alles was wir im Leben angeben, das wir sind, ist NUR EINE LEBENSROLLE! In der Wahrheit ist jeder von uns nur ein ICH…. So, liebe Leute, jetzt bin ich reif für den Schlaf!  Ich wünsche Ihnen eine erholsame Nacht und wunderschöne Träume… 
Ihre Ana Blom

 

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