Stresshormone „brechen“ das Herz!

Das Leiden heißt „Tako-Tsubo“. Es wurde erstmals 1991 von japanischen Herzspezialisten beschrieben: Die Patienten klagten über extreme Brustschmerzen wie bei einem Herzinfarkt. Doch der Herzmuskel war nicht dauerhaft geschädigt, sondern nur eigenartig verkrampft. Schon bald wurde der Grund der Verkrampfung klar: Bis zu sechsfach erhöhte Konzentrationen an Stresshormonen wie Adrenalin und Noradrenalin hatten die geregelte Erregungsleitung des Herzmuskels zusammenbrechen lassen. Alle Patienten standen vor der Attacke unter extremen Belastungen: Sie hatten den Tod eines Angehörigen, die Trennung vom Partner oder einen Unfall erlebt. Mediziner sprechen daher auch von einer „Stress-Kardiomyopathie“, andere treffend vom „Syndrom des gebrochenen Herzens“.

Ärzte können Tako-Tsubo bisher nur mittels eines Herzkatheters von einem „echten“ Herzinfarkt abgrenzen. Doch jetzt haben Mediziner einer Lübecker Klinik auch typische Unterschiede im wesentlich einfacher zu messenden Elektrokardiogramm (EKG) gefunden. Von knapp 2100 Patienten, die in sechseinhalb Jahren dort mit akuten Herzbeschwerden eingeliefert wurden, hatten 33 ein Tako-Tsubo (4 Männer und 29 Frauen). Die Mediziner haben anhand dieser EKG-Auffälligkeiten nun eine Berechnungsformel entwickelt, mit der sich ein gebrochenes Herz rasch erkennen lässt.

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