Johanniskraut (Hypericum perforatum)

Neben seinem botanischen Namen hat dieses Kraut noch viele andere Namen. Im Volksmund wird es noch Christi Wundenkraut, Johannisblut, Wundkraut, Herrgottsblut genannt. Diese Namen kommen einerseits aus der Mythologie und anderseits durch die Beschaffenheit der Pflanze bzw. ihrer Blüten selbst. Die gelben Blüten der Pflanze, wenn man sie zwischen den Finger zerreibt, zerdrückt, kocht oder einlegt, geben eine färbende, blutrote Flüssigkeit ab. Man bekommt Eindruck als ob die Blüten und Knospen Blutstropfen enthalten. Hält man die Blüten oder Blätter gegen das Licht, so sieht es aus als wenn diese gelöchert wären.

Die alten Germanen sahen in dem Saft der Blüten das Blut ihres Sonnengottes Baldur und glaubten an seine schützende Wirkung. Das Christentum übertrug diesen Glauben auf seinen Gottessohn und nannte die Pflanze Blut Christi. In jedem Fall war die Pflanze im Mittelalter der wichtigste Bestandteil von Hexenkräutern, weshalb man diese Pflanze heute noch in manchen Teilen von Österreich und der Schweiz Hexenkraut nennt.

 

Pflanzenkraft

Johanniskraut speichert die Kraft der Sonne und hat eine antidepressive Wirkung. Es enthält Flavonoide (Hypericin und Hyperforin), Gerbstoffe, Anthocyane und ätherische Öle und ist Bestandteil zahlreicher Medikamente, meist in hoher Dosierung. Seine Anwendung ist gefragt, wie schon gesagt, bei Depressionen, Nervosität und Angstzuständen. Die Pflanze kann man innerlich in der Form von Tee anwenden und hilft auch bei Magengeschwüren.

 

Johanniskraut-Tee gegen Traurigkeit und trübe Gedanken

Der Tee lindert die Traurigkeit und trüben Gedanken, wirkt beruhigend und lindert die Schlafstörungen.

Nimm zwei gestrichene Teelöffel getrocknetes Kraut in eine Tasse, übergieße es mit kochendem Wasser und lasse den Tee 10 Minuten abgedeckt ziehen. Siebe das Kraut ab und trinke täglich zwei Tassen von dem heißen Tee.

Getrocknete Johanniskrautblüten für den Tee, Foto: ©Ljubica Radtke, Blom Verlag

 

Johanniskraut-Öl

Johanniskrautblüten werden auch in Öl angesetzt und 4 bis 6 Wochen in der Sonne gehalten. Danach soll man das Öl abseihen (Rotöl). Ein so gemachtes Öl kann man äußerlich auf der Haut verwenden oder daraus eine Salbe machen, die man bei Verbrennungen und Wunden einsetzt. Diese Salbe (oder auch nur Öl) unterstützt die Erneuerung des Gewebes.

Rotöl, Foto: ©Ljubica Radtke, Blom Verlag

Wichtige Bemerkung:

Das Johanniskraut macht die Haut lichtempfindlicher als sie sonst ist, das heißt dass die Empfindlichkeit gegenüber dem Sonnenlicht erhöht ist und wer die Neigung zur Sonnenallergie hat, sollte dieses Kraut vorsichtig einsetzten.

 

Wund-Salbe

Du brauchst:

50 ml. Rot-Öl

15 g. Sheabutter

2 g. Bienenwachs

 

So wird’s gemacht:

  • Erwärme im Wasserbad, in einem feuerfesten Glas, Öl und Bienenwachs. Rühre das Öl mit einem Glas- oder Holzstäbchen bis sich der Bienenwachs vollständig auflöst. Binnenwachs schmilzt bei etwa 60°.
  • Nehme das Glas aus dem Wasserbad heraus und lasse die Flüssigkeit etwas abkühlen (bis etwa 45°).
  • Gebe Sheabutter hinzu und rühre es sanft, bis es geschmolzen ist.
  • Prüfe ob dir die Konsistenz zusagt, indem du ein paar Tropfen auf ein kaltes Tellerchen tropfst. Ist es zu fest, gib noch etwas Öl dazu. Ist es zu weich, verwende etwas mehr Bienenwachs oder Sheabutter.
  • Bist du mit der Konsistenz zufrieden, fülle die flüssige Salbe in ein desinfiziertes Salbentiegel, lasse sie offen vollständig erkalten und beschrifte den Tiegel.
  • Optional kannst du einige Tröpfen ätherischen Öls deiner Wall (z.B. Lavendel-Öl) dazu geben

Die fertige Johanniskraut (Rot-Öl) Salbe für Wunden, Verletzungen und Verbrennungen, Foto: ©Ljubica Radtke, Blom Verlag

 

 

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