Der Zauber des Augenblicks

Ich genieße es hier in Dubai, in der Morgenfrühe spazieren zu gehen und zu beobachten: Häuser und Gärten, Türen und Porten, Straßenpflanzen und Gartenblumen… Etwa viertel vor sechs breche ich auf und spätestens um halb acht muss ich schon wieder zurück im Haus sein. Warum? Wegen der Hitze. Kurz nach sechs Uhr geht die Sonne auf und ab dann wird es von einer auf die andere Minute immer wärmer. Die Straßen sind zu dieser Zeit fast leer und nur ab und zu fährt ein Auto an mir vorbei. Erst ab halb sieben kommt langsam Leben in die Straßen. Dann sind die Schulbusse unterwegs und sammeln die Schulkinder ein. Sie warten vor den eigenen Häusern unter den wachsamen Augen einer Maid (Kindermädchen).

Manchmal ziehen meine Aufmerksamkeit an sich die kleinen Einöden neben dem Weg, manchmal eine Besonderheit oder etwas was mich in Erstaunen versetzt und ein anderes Mal einfach die Schönheit der außergewöhnlichen und doch wunderschönen Formen und Farben. Jedes Haus ist einzigartig mit Türmen und geschwungenen Treppen oder eben ganz anders. Und was mich in Erstaunen versetzte: jedes Haus hat einen Namen. Das ist üblich in Dubai. Nicht nur die Hochhäuser, sondern auch die Villen. Und jeder Name entspricht irgendwie dem Haus. Wie zum Beispiel das Haus hier auf dem Foto. Es heißt „Twin House“ und erinnert wirklich an Zwillinge.

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Heute Morgen habe ich meine Aufmerksamkeit den Blumen geschenkt. Erstaunlich aber in Dubai habe ich die Blumenarten, die in den Gärten und auf den Straßen wachsen, an einer Hand abzählen können. Die aber, die hier wachsen sind atemberaubend schön. Bougainvillea, Gummibaum, eine Art von Oleander und noch eine oder zwei Arten, die ich nicht kenne. Die Farben sind prächtig! Oft bleibe ich stehen, besonders unter einem Gummibaum und kann nicht genug von dem betörenden Duft seiner weißen Blüten bekommen. In solchen Momenten bedauere ich, dass noch niemand einen Fotoapparat erfunden hat, der neben dem Bild auch den Geruch speichern und wiedergeben kann.

Sehr oft geschieht es mir, dass ich in der Schönheit so völlig aufgehe, dass ich alles vergesse, sogar den Knopf auf dem Apparat zu drücken… und wenn ich zurück bin, ist der Zauber des Momentes vorbei. Es gibt keine Aufnahme die ihn fest hält, auch keine Technik, die ihn fest halten kann. Aber mein Herz ist da und in ihm sind solche Momente verewigt. Erst hier habe ich richtig verstanden und erlebt wie stark und wundervoll der Zauber eines Augenblicks sein kann. Purer Genuss!

 

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